Ein Tag im Leben eines VJs (Video-Journalisten)

Was ist ein VJ?

Der Video-Journalist, kurz VJ, verantwortet die Aufgaben eines Kameramanns, Ton-Assistenten sowie Redakteurs als auch die der Postproduktion. Sozusagen ein „1-Mann-Filmteam“.

Wie läuft eine VJ-Produktion ab?

Montreal. 3-Tages-Dokumentation eines Renn-Wochenendes für einen Deutschen Autobauer. Pro Tag mehrere Clips und eine Gesamt-Dokumentation sind vom Kunden beauftragt. Wir sind zu viert vor Ort: 3 VJs und ein Producer, der die Kommunikation mit dem Kunden vor Ort übernimmt und bei redaktionellen Aufgaben unterstützt.

Das Projekt für uns VJs begann mit der Planung des eingesetzten Equipments vor Ort, reine Logistik also. Nicht zu viel und vor allem nicht zu wenig einpacken lautet die Devise – an der Rennstrecke gibt es schließlich keinen Verleih, der mit Equipment aushelfen kann. Und: Wir müssen so packen, dass jeder von uns vor Ort alleine drehen kann. Also: 3mal Basis-Equipment, und viel Zubehör für Fahraufnahmen und spezielle Bilder wie motorisierte Slider für Timelapses.

Nach Anreise und Ankunft vor Ort, Besichtigung der Rennstrecke und Vorbesprechung mit dem Kunden ergeben sich erste Änderungen im Ablauf, für uns kein Problem.

Tag 1, erster Dreh: gesetztes Interview mit 2 Kameras. Zwei LED-Flächen zum Ausleuchten, Ansteckmikro, 1. Kamera offener Bildausschnitt, 2. Kamera close mit Slider. Vorteil: Mehr Auswahl im Schnitt. Im Anschluss direkter Wechsel der Speicherkarten an den Kollegen, er beginnt den ersten Clip zu schneiden, während ich mit meinem anderen Kollegen Impressionen der Stadt produziere. Hier kommt der motorisierte Slider für Timelapses zum Einsatz, restliche Bilder werden mit einer DSLR auf einem Stativ sowie Wechseloptiken produziert. Nach Rückkehr an die Strecke gibt es wieder einen Wechsel der Speicherkarten.

Ab jetzt bin ich bis zum Abend alleine unterwegs. Auftrag: Schnittbilder am Fahrerhotel, Impressionen der Abend-Location. Equipment umpacken in den Rucksack, los geht’s. Shuttle-Service doch nicht vorhanden, also improvisieren. Taxi: keine Chance – heißt für mich: öffentliche Verkehrsmittel. Dank Online-Karten und mithilfe des ÖPNV-Personals ergibt sich eine pünktliche Ankunft am Fahrerhotel. Unaufgeregtes Produzieren der Schnittbilder, stressfreier Kleidungswechsel für die Abend-Location. Sogar eine kleine Kaffeepause gibt der Zeitplan her.

Im Anzug weiter durch Montreal. Da es das Zeitfenster hergibt, bevorzuge ich den Fußweg um weitere Impressionen der Stadt zu generieren. Ich wechsele von der FS7 auf die DSLR-Kamera für eine einfache Handhabung, und um nicht in die Situation zu kommen „aufzufallen“: Da ich nicht über die rechtliche Situation aller Plätze hinsichtlich Drehgenehmigungen Kenntnis habe, gebe ich mich lieber als Tourist aus. Bilder, die eventuell einer Genehmigung bedürfen, kann man im Nachhinein außer Betracht lassen.

Ankunft an der Abend-Location mit einem schönen Mix von Eindrücken aus Montreal auf der Speicherkarte. Dadurch entfällt dieser Punkt sogar für den nächsten Vormittag: wir können mit mehr Manpower an der Renn-Strecke agieren und entlasten uns so den Drehtag. Zusammenkunft mit Producer an Abend-Location. Er unterstützt mich beim Einfangen von O-Tönen, ansonsten drehe ich Impressionen der Abend-Veranstaltung.

Nach Ankunft im Hotel spätabends heißt es: Sichern, Sichten, Schneiden und laden. Das Equipment wird vorbereitet, Material auf RAID-Platten gesichert, und für die Beiträge des nächsten Tages Bilder gesichtet und Projekte im Schnitt vorbereitet: So können wir am nächsten Tag flexibler agieren und aktuelle, fehlende Bilder einsetzen. Bereits im Vorfeld haben wir uns eine Datenbank an Musiken erstellt, um eine Auswahl auch im Falle einer Offline-Produktion zu haben.

An viel Schlaf ist an solchen Wochenenden nicht zu denken. Nach dem Aufstehen direkt ins Teamfahrzeug zur Rennstrecke, Frühstück wird im Mediencenter vor Ort eingenommen. Änderungen der ersten Clips des Vortags müssen bereits umgesetzt werden, durch die Zeitverschiebung nach Deutschland sind die Slots eng gesetzt.

Der Ablauf am Wochenende ist flexibel und durch die Ereignisse des Rennens gesteuert. Wir VJs wechseln uns in ständiger Absprache mit dem Producer zwischen Dreh und Schnitt ab. Da wir in dieser Konstellation eingespielt sind, gibt es einen reibungslosen Ablauf, stressige Situationen werden durch Routine und die erwähnten, exakten Vorbereitungen vermieden.

Die Produktion endet für mich bereits am Sonntagabend, mit der Siegerehrung; unser Kunde hat das Wochenende glücklicherweise gewonnen. Die Kollegen bleiben einen Tag länger, um vor Ort finale Änderungen im Schnitt umzusetzen. Ich stehe in erster Reihe mit einer DSLR, um intensive Impressionen der Ehrung zu drehen. Nach einer Champagner-Dusche durch den Sieger des Wochenendes übergebe ich die Speicherkarte und verabschiede die Kollegen.

Kurz vor Abflug am Gate kann ich bereits die Ergebnisse unseres Wochenendes in den Social-Media Kanälen unseres Kunden liken. Den verpassten Schlaf kann ich jetzt im Flieger nachholen…

Wann buche ich einen VJ und wann kommt ein VJ zum Einsatz?

Ein VJ kommt überall dort zum Einsatz, wo ein Inhalt schnell produziert werden muss, und größere Vorbereitungen (wie z.B. Vorbesichtigungen, Einleuchten, Aufbauten) des eigentlichen Film-Sets aufgrund von Zeit- oder Platzmangel entfallen. Besonders im Tagesgeschäft von Nachrichtenredaktionen, hier insbesondere für Online-Dienste, sind VJs aufgrund Ihrer Flexibilität und Allrounder-Fähigkeiten häufig im Einsatz. So produzieren Sie von der Recherche bis zur Auslieferung Beiträge aus einer Hand.

Dokumentationen von Messeauftritten oder Veranstaltungen, die einer zeitnahen Aufarbeitung direkt on Location bedürfen, sind klassische VJ-Einsätze im Bereich von Corporate Aufträgen.

Je nach Menge des gewünschten Outputs (sprich Clips, Filme) arbeiten hier sogar mehrere VJs häufig parallel – beispielsweise jeder für einen eigenen Film, oder alle zusammen an einer größeren Dokumentation. Da VJs in mehreren Gewerken „zu Hause“ sind, können Sie auch auf spontane Ereignisse am Set schneller reagieren, zum Beispiel bei Bedarf als Redakteur oder Kameramann einspringen oder einem VJ-Kollegen im Schnitt aushelfen.

Wie werde ich ein VJ? Welche Ausbildung brauche ich um als VJ zu arbeiten?

Es gibt mehrere Möglichkeiten und Wege, um als VJ arbeiten zu können. Ob über ein Studium in den Fachrichtungen Medien, oder auch über die Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton. Wichtig ist das Interesse an den verschiedenen Facetten zu gleichen Teilen, um allumfassend eine hohe Qualität sicherzustellen. Ein reines Interesse an der Kamera-Führung, ohne redaktionellen Hintergrund oder vorausschauend auf die Postproduktion reicht nicht aus. Ein VJ hat immer alle Schritte „seiner“ Produktion im Blick.

Basis ist das Verständnis der Bildgestaltung, um einen Film im Alleingang so umzusetzen, wie der Kunde ihn sich vorstellt bzw. der Rezipient ihn erwartet. Der Umgang mit der eingesetzten Technik muss blind erfolgen können, um sein Equipment jederzeit anzupassen. Zeitmanagement spielt ebenfalls eine große Rolle. Abläufe vor Ort müssen verinnerlicht sein, um in hektischen Situationen „seinen Fahrplan“ zu kennen. Dazu gehört auch das schnelle adaptieren von neuen Gegebenheiten.

Bei langen Drehtagen und Einsätzen über mehrere Tage muss die Vorbereitung des Equipments als auch der eigenen Physis stimmen. Sprich: Ein VJ muss nicht nur an die Akkus der Technik denken, sondern auch an den eigenen. 😉

Welches Equipment benutzt ein VJ? Was ist im VJ-Equipment enthalten?

Das VJ-Equipment richtet sich nach den Anforderungen der Produktion. Grundsätzlich enthält das Basis-Setup jedoch:

  • Handheld-Camcorder (z.B. Sony FS5/FS7, Panasonic AVX-Serie) oder DSLR-Kamera (z.B. Sony Alpha)
  • Je nach Kamera-System Wechseloptiken
  • Richtmikrofonie und/oder Ansteckmikrofone
  • Stativ
  • LED-Lampen, als Kamera-Aufsatz oder eigenständig
  • Laptop für Postproduktion
  • Festplatten/RAIDs zur Datensicherung

Je nach Produktion kann diese Basis um einiges ausgebaut werden. Das Zusatzequipment wird mit dem Kunden vorher abgestimmt und berechnet. Von GoPros für Fahraufnahmen über einen Gimbal für ruhige Gänge bis hin zur Drohne, um eine spektakuläre Außenaufnahme zu generieren, und weitere spezielle Objektive mit verschiedenen Brennweiten, um Interviews einen speziellen Look zu geben, oder bei Podiumsdiskussionen „nah dran“ zu sein.

Bewährt für VJ-Drehs haben sich professionelle Handheld-Camcorder, die (mittlerweile in 4K) aufgrund der Chip-Technik als auch der benutzten Codecs eine hohe Bild-Qualität bei gleichzeitig komfortabler Bedienbarkeit besitzen. DSLR-Kameras bieten sowohl aufgrund Ihrer technischen Möglichkeiten als auch Ihrer Kompaktheit Vorteile bei reinen Bild-Aufnahmen in zum Beispiel engen Räumen.

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